Heizkosten 2013

Heizkosten sind auch im zweiten Jahr recht günstig.

Wir haben mit 1776kwh Strom 8013kwh thermisch erzeugt. Davon waren 2554kwh für Warmwasser.
Die Arbeitszahl ist mit 4,56 (inkl Heizkreispumpe) nicht im Spitzenfeld dafür sind wir mit absoluten recht niedrigen Verbrauch sehr zufrieden.

1776kwh bedeuten bei unserem derzeitigem Wärmetarif mit zweitem Zähler 372€ + Zählergrundgebühr 69€

Was haben wir gemacht:

Einzelraumregler alle voll aufgedreht.
An den Heizkreisverteilern selbständig einen Hydraulischen Abgleich vorgenommen
Heizkurve gesenkt auf 0,2
Spreizung an der Heizkreispumpe auf 5k eingestellt. Damit bleiben wir fast immer unter 30°C Vorlauftemperatur (je höher die Vorlauftemperatur umso höher der Stromverbrauch der Wärmepumpe)
Einzelraumregler sind jetzt nur noch im Schlafzimmer erforderlich (die Stellmotoren verbrauchen auch dauerhaft Strom). Raumtemperaturen sind im Wohnbereich 22-23°C und in den Kinderzimmern 21-22°C. Wir haben uns dafür entschieden die Temperatur für das Bad nicht extra anzuheben. Dort sind auch 22°. Wird gebadet oder geduscht läuft für ein paar Minuten ein Heizlüfter der das Bad im Nu auf 25° aufheizt.

1 Jahr Heizen

Wir wohnen nun 1 Jahr in unserem Haus Zeit für ein kleines Fazit zur Haustechnik
Unser Haus: 130qm mit 100% FBH im milden Rhein Main Gebiet. Heizlast bei -12° Auslegungstemperatur beträgt 4,5kw

Gegen Ende Januar erreichten wir beim Soleeingang 0°, die letzen Wochen ist das ganze noch auf -0,5 gefallen.

Unsere Wärmepumpe Tecalor TTF5 Eco ist schon etwas betagter (wussten wir leider damals zu spät).

Die ermittelte Arbeitszahl inkl. aller Pumpen und Steuerung beträgt 4,48. Von den erzeugten 8352kwh entfielen 29% auf Warmwasserbereitung.
Der absolute Verbauch lag in den letzten 12 Monaten bei 1863kwh – hiermit sind wir sehr zufrieden.
Dokumentiert hier:
Wärmepumpen DB

Die WarmWasser Steuerung habe ich erst später verstanden so das diese nun seit 2 Monaten auf zweimal täglich verteilt ist.
Als nächstes wird dieser Tage unsere Ost West PV Anlage in Betrieb gehen und wir beobachten dann ob wir den Wärmetarif kündigen (bei dem übrigens noch nie gesperrt wurde)

Die ersten Tage mit Heizung

Der Oktober war der erste Monat in dem die Wärmepumpe regelmäßig die Heizung bedienen durfte. Wir schreiben den Verbrauch und die erzeugte Wärmemenge mit um immer einen Überblick über die Effizenz zu haben. Die Arbeitszahl beschreibt dabei das Verhältnis von eingesetztem Strom und erzeugter Wärme. Im Oktober kamen wir mit 30% Warmwasseranteil auf eine Arbeitszahl von 5 und haben insgesamt 106kwh Strom verbraucht.

Derzeit spielen wir noch etwas mit Raumtemperatur und Heizkurveneinstellung und haben es mit 22°C angenehm warm. Durch die überwiegenden Holzböden ist auch die niedrige Vorlauftemperatur an den Füssen angenehm. In den Zimmern mit Fliesen ist die Raumtemperatur ok aber die Fliesen etwas kalt an den Füssen.

Unseren Verbrauch tragen wir in die Wärmepumpendatenbank ein.

Inbetriebnahme Wärmepumpe – ein kleines Drama

Am Freitag sollte die Wärmepumpe in Betrieb gehen. Nach dem Einschalten durch den Monteur ging die WP immer wieder in eine Niederdruckstörung. Leider wusste der Monteur hierzu nicht weiter und hat es auf unseren selbst gebauten Erdkollektor geschoben so das ich selbst erstmal verzweifelt bin und mich dann im WWW schlau gemacht habe. Ergebnis war das unser Erdkollektor noch einiges an Luft inne hatte. Mit einer Pumpe wurde nun der Druck erhöht um die Luft herauszupressen und siehe da die Wärmepumpe läuft. Wie gut werden wir die Tage dann sehen, mir scheint noch einiges an Luft im Kollektor zu sein. Insgesamt hat das herumprobieren das ganze Wochenende verschlungen was irgendwie unbefriedigend war. Ausser natürlich der Tatsache das ich Sonntag das Ding selbständig in Gang gebracht habe und nun das Estrichprogramm läuft. Heizlüfter bald adé. Freitags wurden noch die Sanitärobjekte geliefert und die erste Toilette ist nun benutzbar und die Badewanne wurde Probegestellt.

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Probestellen der Badewanne

Fundament für die Wärmepumpe

Um im Haus die mögliche Geräuschentwicklung der Wärmepumpe zu minimieren wurde ein Podest aus Trockenbeton erstellt. Darauf kommt dann noch eine Schall entkoppelnde Matte und wir hoffen damit von unserer Heizung im Idealfall nichts mitzubekommen.

Der Elektriker hat Samstag vormittag damit begonnen den Schaltschrank zu verkabeln. Im Obergeschoss wurde ein Kabel nicht gefunden obwohl es auf der Fotodokumentation sichtbar war. Der Stromzähler soll damit noch diese Jahr gesetzt werden.

Solar / Photovoltaik

Viele Bekannte haben mich gefragt ob ich nicht noch Solarunterstützung zur Wassererwärmung im Sommer plane. Da mit der Wärmepumpe Warmwasserkosten von ca. 5-10€/Monat anfallen läge der ROI bei den zu Erwartenden Investkosten allerdings in weiter Ferne. Wie sich dies bei Gas-Brennwert Heizungen verhält weiß ich nicht.

Für Photovoltaik, welches wir gerne genutzt hätten, spricht trotz einer schön großen Dachfläche die 45° Neigungswinkel. Dies kostet gegenüber den optimalen 30° mehr Effizenz als es die Ost-West Ausrichtung tun würde. Wer sich trotzdem dafür entscheidet sollte auch auf Solarpflege.de prüfen inwiefern hier noch regelmäßige Instandhaltungskosten auf einen zukommen.

Heizung

Das teuerste Gewerk der Haustechnik. Nach Erhalt des ENEV Nachweises haben wir bei Heizlast.de eine Berechnung der Heizlast nach DIN 12381 durchführen lassen um eine erste Abschätzung zur benötigten Heizleistung zu erhalten. Alleine anhand des ENEV Nachweis läßt sich so etwas nicht bestimmen. Die Berechnung dort ist eine Massenabfertigung und enthält keine Tips zur Verbesserung der Situation. Für mich als ersten Anhaltspunkt um vom Heizungsbauer keine zu große Wärmepumpe aufgeschwätzt zu bekommen aber vollkommen in Ordnung. Wer es besser haben möchte sucht sich einen TGA Planer der auf Einfamilienhäuser spezialisiert ist.

Bei der Heizung haben wir uns für eine Sole-Wasser Wärmepumpe in der kleinsten Ausführung mit 6kw bzw. 4kw Kälteleistung entschieden. Bewußt haben wir uns für ein Kompaktgerät mit integrierter Warmwasserbereitung ohne seperaten Puffer entschieden um die ganze Anlage möglichst simpel zu halten.

Die Wärmequelle: Eine Bohrung wäre uns zu teuer gekommen und für einen Flächenkollektor wäre unser Grundstück sehr knapp bemessen gewesen. Als Wärmequelle wurde daher ein Grabenkollektor in 1,8m Tiefe mit insgesamt 2x300m Rohr verlegt. Das PE-RC Rohr muss nicht eingesandet werden und wurde von uns selbst beschafft und in Eigenleistung in sogenannten Slinkys verlegt. Bezogen haben wir das Rohr bei http://www.hdg-umwelttechnik.com/. Die Erschliessung der Wärmequelle inkl. Erdarbeiten lag daher bei ca. 1200€+ 1 Tag im heißen Graben. Diese Art der Verlegung sorgte noch für einige Diskussion mit unserem Heizungslieferanten da sie von den üblichen 4x100m abweicht. Wer die Eigenleistung nicht scheut kann so eine Wärmepumpenanlage erstellen die nicht teurer sein muss als eine Lösung mit Gas.

Unser Grabenkolletor

Mehr dazu findet sich im Haustechnikdialog